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Klebefleisch raus aus der Kühltheke!

20. Mai 2010

Collage: Europäische Union / Hintergrund: Karte, Vordergrund: SternenkranzNiederlage der Industrie-Lobbyisten: EU-Parlament verbietet irreführendes Klebefleischenzym.

Die Vostellung ist widerlich: der Lachsschinken, auf dem Brötchen, war mal ein Berg Fleischreste. Möglich mach das ein Einzym namens Thrombin (auch als „Klebeenzym“ bezeichnet). Rest von rohem Fleisch werden in Bottichen unter Zugabe des weißen Enzympulvers geformt.

Wenn einem dabei nicht schon die Lust vergeht, kommt hier gleich noch ein „dicker Hund“: Das mit Thrombin geformte Fleisch ist für den Verbraucher nicht zu erkennen und weder optisch noch anhand einer Kennzeichnung auf der Packung. Die einzige Möglichkeit der Kennzeichnung besteht darin, das Fleisch auf einen Leuchttisch zu legen: die Fleischstücke werden dann an Ihrer unterschiedlichen Struktur erkennbar.

Das Europaparlament hat gestern einen vorläufigen Schlusspunkt für Thrombin-Klebefleisch gesetzt. Die EU-Parlamentarier stimmten gegen die EU-weite Zulassung des Klebeenzyms Thrombin.

Das EU-Parlament sieht bei der umstrittenen Klebe-Technologie gesundheitliche Risiken. Würden viele einzelne Fleischstücke

Der Gesundheitsausschussdes Parlaments hingegen verwieß auf engeblich steigende Gefahr des Befalls mit gefährlichen Bakterien bei Klebefleisch. Das Parlament rang sich mit hauchdünner Mehrheit zu einem Veto durch (hauptsächlich getragen von Vertretern der linken Fraktionen und den Grünen).

Das „Nein“ des Parlaments hat jedoch wenig mehr als symbolische Bedeutung: Thrombin ist nur eines von vielen Enzymen, die dieselbe Wirkung haben. So wird das Enzym „Transglutaminase“ schon seit Jahrzehnten benutzt, um sog. „Kunst-Schinken“  (oft auch als „Formfleisch(vorder)schinken“ oder irreführend als „Pizza-Schinken“ bezeichnet) herzustellen.

Logo: Bündnis gegen Lebensmittelplagiate e.V.
Verfasser: Bündnis gegen Lebensmittelplagiate e.V.

EU-Gesundheitskommissar John Dalli hatte noch kurz vor der Abstimmung für eine Zulassung geworben. Sein Argument war: es gebe nicht mehr Gesundheitsgefahr als bei Hackfleisch und durch Thrombin würde das Fleisch billiger.

Der Konsumentenbund meint: Die Gesundheitsgefahren von Klebefleisch mögen tatsächlich – wie die Kommission meinte – überschaubar sein, es bleibt jedoch eine Irreführung der Konsumenten, wenn Klebefleisch nicht auffällig (auf der Vorderseite der Verpackung!) gekennzeichnet wird. Wir fordern eine Kennzeichnungpflicht für Lebensmittelplagiate!

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